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Die zweite Generation

Gesundheitsbedingt musste Hans Christian Nickelsen seine Mitarbeit bereits 1972 wieder aufgeben; 1984 trat Tams Jörgensen in den Ruhestand, 1986 auch Janny und Reimer Kay Holander. Neuer Institutsleiter wurde 1987 Thomas Steensen. Der gebürtige Schwede Nils Århammar übernahm 1988 die neue Professur am Friesischen Seminar in Flensburg, die gekoppelt wurde mit der sprachwissenschaftlichen Leitung des Nordfriiisk Instituut. So bestand bis 1996 eine Doppelspitze aus zwei Direktoren.

1990 ließ die Stadt Bredstedt die seit Jahren leerstehende Volksschule sanieren, um sie anschließend dem Nordfriisk Instituut zur Verfügung zu stellen. Erstmals verfügte das Institut damit über einen Bibliotheks- und einen Versammlungsraum, die Festrede zur Einweihung hielt Ministerpräsident Björn Engholm.

Ebenfalls 1990 wurde ein politischer Wandel greifbar. Die neue Verfassung des Bundeslandes Schleswig-Holstein sicherte der friesischen Volksgruppe „Schutz und Förderung“ zu; 1999 trat die europäische „Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ in Kraft. In Folge dieser verstärkten Minderheitenförderung erhielt das Nordfriisk Instituut ab 2001 Projektmittel auch aus dem Bundeshaushalt. Ab 2014 konnte die jahrzehntelang immer wieder in Frage gestellte Grundfinanzierung durch Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land Schleswig-Holstein dauerhaft gesichert werden.

Mit der Verabschiedung von Nils Århammar ging 1996 die ordentliche Professur am Friesischen Seminar in Flensburg verloren; bis zur Neubesetzung 2016 übernahm Thomas Steensen als Honorarprofessor einen Großteil der Lehraufgaben. Seit 2007 ist das Nordfriisk Instituut An-Institut der Europa-Universität Flensburg und bietet in jedem Semester drei Lehrveranstaltungen am Friesischen Seminar an.

1991 wurde die Vortragsreihe „Nordfriesisches Sommer-Institut“ ins Leben gerufen. Es entstanden mehrere neue Schriftenreihen. Im Blickpunkt der historischen Forschung stand vor allem das 19. Jahrhundert sowie die Emigration nach Amerika. Zahlreiche geschichtswissenschaftliche Tagungen zeigen die zunehmende Einbindung in ein wissenschaftliches Netzwerk.

Hark Martinen begrüßt Nils Århammar zum Dienstantritt, 1988
Teilnehmer des ersten friesischen Schreibwettbewerbs 1989/90
Ansprache Björn Engholms bei der Einweihung des neuen Institutsgebäudes
Das Auswandererdenkmal mit Paul-Heinz Pauseback
Die Redaktion der Zeitschrift Nordfriesland 2013: Fiete Pingel, Thomas Steensen, Peter Nissen (v.l.)
Fünfzig Jahre Nordfriisk Instituut, 2015