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Die Anfänge

Deutlich älter als die Institution Nordfriisk Instituut ist der Verein Nordfriesisches Institut. Er wurde 1948 gegründet mit dem Anspruch, die ideologische Vereinnahmung der Friesen im Dritten Reich durch eine politisch wie national neutrale, streng wissenschaftliche Arbeit zu friesischer Sprache, Geschichte und Kultur zu überwinden. Angesichts der Spaltung der nordfriesischen Bewegung in eine dänisch und eine deutsch gesinnte Fraktion war dies ein geradezu revolutionäres Unterfangen. Entsprechend schnell wurde der Vorwurf laut, der neue Verein sei anti-deutsch und damit „danofriesisch“; es dauerte noch viele Jahre, bis eine innerfriesische Zusammenarbeit ungeachtet ideologischer Grabenkämpfe möglich wurde.

Selbst gestellte Hauptaufgabe des Vereins war es, regelmäßig das „Jahrbuch des Nordfriesischen Instituts“ herauszugeben, um allen Heimatforschern „ohne Rücksicht auf die politische Einstellung“ ein neues, unbelastetes Forum zu bieten – jenseits der Universitäten, aber mit wissenschaftlichem Anspruch. Damit steht der Verein in einer jahrhundertealten Tradition gebildeter Marschenbauern, forschender Lehrer und Pastoren.

Prägende Personen der ersten Jahre: G. Carstens, A. Johannsen, C. Boysen, L. C. Peters und J. R. Volquardsen (v.l.)
Das erste Jahrbuch des Nordfriesischen Instituts