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Das Nordfriisk Instituut entsteht

Erstmals 1961 und ab 1964 dauerhaft wurde das Jahrbuch zusammen mit dem deutsch-friesisch gesinnten „Nordfriesischen Verein“ herausgegeben, ein deutliches Signal, dass die Grenzkampfstimmung der Nachkriegsjahre langsam abflaute. Während dieser Zeit kamen auch die politischen Institutionen beiderseits der Grenze zu der Einsicht, dass, wenn nordfriesische Kultur und Sprache erhalten werden sollten, es unabdingbar wäre, die Zusammenarbeit innerhalb der Minderheit zu stärken. Dänische Regierungsstellen und das Land Schleswig-Holstein boten daher an, einmütige Vorhaben der Nordfriesen gemeinsam finanziell zu unterstützen. Zwei Mitarbeiter der Nordfriesischen Wörterbuchstelle an der Kieler Universität nutzten die Gunst der Stunde: Der Sprachwissenschaftler Tams Jörgensen und der Historiker Dr. Hans Christian Nickelsen konnten den Vorstand, der sich anfangs skeptisch zeigte, dafür gewinnen, aus dem Verein nun auch ein reales Forschungsinstitut entstehen zu lassen. Pate stand die ungleich größere Fryske Akademy in Westfriesland. In Alkersum auf Föhr wurde am 30. August 1964 einstimmig eine entsprechende neue Satzung beschlossen. Am 31. August 1965 konnte das Nordfriisk Instituut in der Bredstedter Osterstraße 63 seine ersten eigenen Räume beziehen, mit drei angestellten Lektoren, einer Sekretärin, zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern und nach und nach auch mit einer eigenen wissenschaftlichen Bibliothek.

Das Institutsgebäude in der Osterstraße
Die Gründungslektoren: Tams Jörgensen, Reimer Kay Holander und Christian Nickelsen (v.l.)