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Von Null auf Hundert

„Ich verstehe einfach Null“, sagte ein Friesisch-Student aus dem niederländischen Friesland stellvertretend für mehrere Kommilitonen, als er erstmals nordfriesischen Gesprächen lauschte. Er gehörte zu einer Gruppe von Friesisch-Studenten der Stenden Hogeschool aus Groningen und Leeuwarden, die unter Leitung ihres Dozenten Henk Wolf für mehrere Tage in Flensburg und in Nordfriesland zu Besuch war. Das Besuchsprogramm umfasste Treffen mit Studenten und Dozenten des Friesischen Seminars der Europa-Universität Flensburg, einen Besuch im Andersen-Hüs und an der dänisch-friesischen Schule Risem Schölj in Risum-Lindholm. Den Abschluss bildete eine Führung durch die Ausstellung Nordfriisk Futuur des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, wo die Westfriesen einige der Nordfriesisch-Dozenten von der Uni Flensburg wiedertrafen. Das Bredstedter Institut steuert seit über drei Jahrzehnten einen festen Teil der Friesisch-Lehre in Flensburg bei, wo seit 2016 Nils Langer Professor für Nordfriesisch, Minderheitenforschung und Minderheitenpädagogik ist. Die Zusammenarbeit zwischen Bredstedt und Flensburg funktioniert sehr gut. Der Direktor des Nordfriisk Instituut, Dr. Christoph Schmidt, lehrt jetzt an der Uni Flensburg Geschichte, Archäologie sowie Volkskunde der Friesen und Institutsmitarbeiterin Franziska Böhmer gibt eine Lehrveranstaltung zu friesischer Literaturwissenschaft. Ihr Kollege Dr. Claas Riecken unterrichtet das nordfriesische Frasch. Das funktionierte so schnell, dass die westfriesischen Studenten einen anspruchsvollen nordfriesischen Text bald ohne große Mühe übersetzen konnten, eine rasante Beschleunigung von Null auf Hundert.