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Verstörendes über Sönke Nissen, Geschichte der Guttempler, Oktoberfest in Nordfriesland

BREDSTEDT (NfI). Der Nordfriese Sönke Nissen (1870–1923), der als Eisenbahn-Ingenieur in den deutschen Kolonien in Afrika vor 1918 durch Diamantenfunde zu Reichtum kam und in Nordfriesland den „Sönke-Nissen-Koog“ maßgeblich finanzierte, galt bisher als eine Art „Lichtgestalt“. Doch nun belegt der Historiker Marco L. Petersen Verstörendes über Nissens Zeit in Afrika. Dessen Reichtum beruhte auf der Ausbeutung schwarzer Zwangsarbeiter, von denen viele an Unterernährung, Entkräftung und Krankheiten starben. Petersen will mit seinem Artikel zu einer kritischen Neubewertung Nissens anregen.

 

Claas Riecken beschreibt unter der Überschrift „Kampf dem Alkohol“ die Geschichte der Guttempler in Nordfriesland, die vor dem Ersten Weltkrieg ihre Blüte erlebten und zwischen 1889 und 1913 über 60 abstinente Gemeinschaften auf dem heutigen Kreisgebiet gründeten. Institutsdirektor Christoph G. Schmidt befasst sich, angeregt durch Oktoberfeste vielerorts, mit dem, was an fremden Bräuchen fasziniert.

 

Ulrike Wolff-Thomsen würdigt das 200. Jubiläum des Seebades Wyk auf Föhr, des ältesten Seebades Nordfrieslands, mit einem Blick auf Gemälde und Künstler, die als Badegäste kamen. Die Gymnasiastin Maylis Roßberg, die aus List auf Sylt stammt, in Flensburg lebt und täglich ins dänische Apenrade zur Schule fährt, wird zu einem Gedicht befragt, das sie als Poetry-Slam-Text geschrieben hat, als Identitätsbestimmung und Liebeserklärung an Sylt, Nordfriesland und das Grenzland. Aktuelle Berichte und Buchhinweise runden „Nordfriesland“ 207 ab.

 

Das Heft umfasst 32 Seiten, kostet 4,00 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, Tel.: 04671-60 120, E-Mail: verlag@nordfriiskinstituut.de.