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Lobsien für das Institut

Der Schriftsteller Wilhelm Lobsien (1872-1947) verfasste zahlreiche Bücher, die auf den Inseln und Halligen Nordfrieslands spielen. Seine Großnichte Anne Larkum aus Pinneberg schenkte dem Institut nun diverse Materialien aus ihrem Privatbesitz. Obwohl sie zu Lebzeiten von „Onkel Wilm“, wie er liebevoll genannt wurde, noch ein kleines Kind war, erinnert sie sich an ihren Großonkel als einen „guten Geist im Hintergrund“. Er war oft zu Besuch auf der Hallig Oland und unternahm unzählige Wanderungen, bei denen er die Nordsee und die Natur auf der Hallig genoss.

Anne Larkum ist in Reinbek bei Hamburg aufgewachsen, hat später ebenfalls die Nordsee kennen und lieben gelernt und besucht noch heute regelmäßig die Insel Nordstrand als Feriengast. So kam sie mit Hilfe der Vermieterin ihrer Ferienunterkunft auf die Idee, den Schatz aus dem Familienerbe an das Institut zu geben, damit er erhalten und zugänglich bleibt.

Zur Schenkung gehören u. a. einschlägige Buchtitel wie „Sturm und Stille“, „Geschichten aus Hallig und Marsch“, „Der Heimkehrer. Eine Geschichte aus der Marsch“, „Halligleute“ sowie der Gedichtband „Dünung“. Sie stammen alle aus den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts und sind oft im schmuckvollen Jugendstil-Einband herausgegeben worden. Auch der umstrittene historische Roman über den glücklosen Bürgermeister Lübecks, Jürgen Wullenweber, der 1537 hingerichtet und gevierteilt wurde, ist unter den Buchgeschenken - Lobsien gehörte dem Eutiner Dichterkreis an, der dem Nationalsozialismus nahestand; das tendenziöse Buch, das den Namen des Bürgermeisters „Jürgen Wullenweber“ im Titel trägt, wurde 1948 von den Behörden in der Sowjet-Zone auf den Index gesetzt. Als besonderer Schatz ist das Original-Manuskript zu „Peter Lyng“, datiert auf den Winter 1909/10, zu bewerten, ebenso wie vier Originalgedichte und drei Fotos des Verfassers.

Nahezu alle Bücher der Schenkung sind mit einer Widmung Lobsiens versehen, mindestens jedoch mit seiner Unterschrift. Viele Bücher widmete er seiner Nichte Hiltrud Bielfeldt, u. a. 1929 mit folgenden Zeilen:

 

Wohin auch all die Weiser zeigen,

Die rings an unsern Wegen stehn,

Wir müssen doch im Lebensreigen

Die vorgeschriebenen Pfade gehen,

Und alles führt von Anbeginn,

Wenn auch oft seltsam und verschlungen,

Durch Höhen und durch Niederungen

Zu unsern letzten Zielen zu.“

 

Das Nordfriisk Instituut ist Mitherausgeber der Reihe Nordfriesland im Roman; 2018 erschien dort von Wilhelm Lobsien „Landunter“.