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Jahrhunderte im Klangrausch

Die Orgel der Alten Kirche auf Pellworm gilt als einzigartiges Spätwerk des Orgelbauers Arp Schnitger, zu dem Konrad Küster intensiv geforscht hat. (Foto: Dirtsc / wikimedia commons)

Küster gilt als der vielleicht beste Kenner der norddeutschen Orgelllandschaft. Er war bis vor kurzem als Professor in Freiburg tätig und lebt in Fahrdorf. Foto: Michael Staudt, shz

Nordfriesland ist zwar eine ländliche Region, und vom Festland aus betrachtet wirkt es ziemlich abgelegen. Dank des fruchtbaren Marschbodens aber war
Nordfriesland über viele Jahrhunderte wirtschaftlich stark, und die reichen Bauernfamilien konnten in Sachen Bildung und Kultur mit den Hansestädten durchaus
mithalten. So kommt es zum Beispiel, dass in allen Frieslanden im Mittelalter viele prächtige Kirchen entstanden. Ziemlich früh, ab dem 15. und noch bis ins
Barockzeitalter kamen wertvolle Orgeln hinzu, die den Vergleich mit Instrumenten in Hamburg, Lübeck oder Stade nicht zu scheuen brauchten. Viele Einheimische
musizierten auf einem beachtlichen Niveau, berühmte Orgelwerkstätten wie diejenigen von Arp Schnitger und seinen Schülern prägten die gesamte Nordseeküste. In späteren Zeiten jedoch fehlte das Geld für Um- und Neubauten, daher sind in allen Frieslanden nicht nur besonders hochwertige, sondern auch zahlreiche besonders alte Instrumente erhalten. Der Musikwissenschaftler Konrad Küster hat diese besondere Orgellandschaft über viele Jahrzehnte erforscht und sein Wissen vor kurzem in zwei umfangreichen Büchern veröffentlicht. Am Donnerstag, dem 9. Juli, wird er hierzu im diesjährigen „Nordfriesischen Sommerinstitut“ sprechen, mit einem besonderen Blick auf Nordfriesland und unter dem Titel „Jahrhunderte im Klangrausch. Orgelkultur an den friesischen Küsten“

Beginn ist um 19:30 Uhr im Nordfriisk Instituut. Die Vortragsreihe wird von der Nord-Ostsee-Sparkasse gefördert, der Eintritt ist frei; es wird jedoch um eine Spende gebeten.