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Helgoland im Roman

Die Felseninsel Helgoland steht im Mittelpunkt des Romans „Die Leute auf Bödöla“ von Meta Schoepp. Das Buch erschien erstmals 1908 und wurde nun in der Reihe „Nordfriesland im Roman“ vom Husum-Verlag in Zusammenarbeit dem Nordfriisk Instituut neu herausgegeben.

Meta Schoepp (1868 – 1939) war als Schriftstellerin Helgoland besonders verbunden; ihr erster Ehemann hatte zeitweise als Badearzt auf der Insel gewirkt. Gegen Ende ihres Lebens wurde sie vom nationalsozialistischen Regime als Halbjüdin verfolgt.

Ihr Roman spielt zu der Zeit, als Helgoland britische Kronkolonie war und noch nicht zum deutschen Reich gehörte. Der Fremdenverkehr nimmt immer mehr zu, eine verfeinerte, zum Teil sehr oberflächliche städtische Kultur der Feriengäste und Neuansiedler trifft auf die von der Nordsee geprägte Lebenswelt der angestammten Inselbewohner. Die sich daraus ergebenden Konflikte führen oftmals zu grotesken Situationen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die tragische Dreiecks- und Liebesbeziehung des Inselkommandanten und seines Freundes, des Bootseigners Jens Hansen, mit der auf Besuch weilenden Tochter eines pensionierten Geheimrats.

Obwohl die Insel heute formal zum Kreis Pinneberg gehört, erscheint der Titel in der Reihe „Nordfriesland im Roman“, denn Helgoland ist Teil des friesischen Kulturraums. Die beiden Herausgeber Professor Dr. Arno Bammé und Professor Dr. Thomas Steensen erläutern in einem ausführlichen, mit vielen Bildern angereicherten Nachwort die historischen Hintergründe und den Lebensweg der Schriftstellerin.