Vortrag zu den Ausgrabungen in Drelsdorf
Am Donnerstag, dem 30. Juli, bieten wir den nächsten Abend in unserer Reihe „Nordfriesisches Sommerinstitut“ an. Unter dem Titel „Neandertaler in Nordfriesland. Neuigkeiten aus Drelsdorf“ sprechen Dr. Mara-Julia Weber aus Schleswig und Hauke Jürgens aus Flintbek über die neuen archäologischen Untersuchungen, die in den letzten Jahren bei Drelsdorf begonnen wurden. Weber ist die Kuratorin für Steinzeit am Archäologischen Landesmuseum in Schloss Gottorf, Jürgens ist Arzt und engagiert sich seit vielen Jahren als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger; er hat bei seinen Begehungen in Drelsdorf Entdeckungen gemacht, die den entscheidenden Anstoß zu den neueren Untersuchungen gaben.
Der nordfriesische Fundplatz gilt schon seit Längerem als der nördlichste Nachweis von Neandertalern, den älteren Verwandten des heutigen Menschen, die bereits über ausgeprägte kulturelle, sprachliche und sogar seefahrerische Fähigkeiten verfügt haben dürften. Vor rund 40.000 Jahren wurden sie vom modernen Menschen verdrängt, nachdem beide Menschenarten mehrere Jahrtausende gleichzeitig in Europa gelebt hatten und es wiederholt auch zu gemeinsamen Kindern gekommen war. Klingen, Abschläge und einzelne Geräte aus Flint haben seit den 1980er Jahren wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf Drelsdorf gelenkt; offenbar haben Neandertaler hier vor 50.000 bis 80.000 Jahren eine Altmoräne als Lager- und Werkplatz genutzt. Was die neuen Untersuchungen am Hangfuß, wo sich erfahrungsgemäß viel Material ablagert und ungestörte Fundschichten erhalten sind, zum Wissen über diese frühen Menschen beitragen, werden Weber und Jürgens gemeinsam erläutern. Nicht zuletzt interessiert die Archäologen, wie die Neandertaler mit den Klimaschwankungen der letzten Eiszeit umgegangen sind. „Der Norden ist da äußerst interessant, da er im Eiszeitalter besonders stark den klimatischen Schwankungen unterlag“, so Weber.
Der Vortrag beginnt um 19 Uhr 30 bei uns im Nordfriisk Instituut, Süderstraße 30 in Bredstedt. Die Reihe Sommerinstitut wird von der Nord-Ostsee-Sparkasse gefördert; der Eintritt ist daher frei, es wird jedoch um eine Spende gebeten.

