Die Autorinnen und Autoren zusammen mit der Auftraggeberin: Antje Arfsten, Laura Japsen (beide NFI), Kristina Herbst (Landtagspräsidentin), Temmo Bosse (EUF), Franziska Böhmer und Christoph G. Schmidt (beide NFI) (von links); ebenfalls beteiligt, aber nicht mit auf dem Bild sind Claas Riecken und Andre Hermann. Foto: Moritz Claußen
Am 27. April tagte unter der Leitung von Landtagspräsidentin Kristina Herbst das “Gremium für Fragen der friesischen Volksgruppe im Lande Schleswig-Holstein” im Nordfriisk Instituut. Neben Vertreterinnen und Vertretern der friesischen Verbände und Einrichtungen nahmen mit Sybilla Nitsch, Dirk Kock-Rohwer, Leif Erik Bodin und Truels Reichardt auch zwei Landtags- und zwei Bundestagabgeordnete an der Sitzung teil. In diesem Rahmen übergab das Nordfriisk Instituut die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, die 2025 im Auftrag der Landtagspräsidentin von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des NFI und der Europa-Universität Flensburg erstellt worden ist. Es geht um die Frage, ob und wenn ja welche Gebiete nördlich der heutigen Staatsgrenze zwischen Deutschland und Dänemark als friesisches Siedlungsgebiet im historischen Sinne gelten dürfen. Direktor Christoph G. Schmidt und Lektorin Antje Arfsten erläuterten den Forschungsstand, der nicht immer eindeutig war, aber insbesondere anhand archäologischer Funde, rechtshistorischer Quellen und vor allem überlieferter Flurnamen doch ein deutliches Bild ergab: Übereinstimmend lässt sich aus diesen Quellen ableiten, dass zumindest im Mittelalter auch nördlich der heutigen Grenze in den - nach Norden immer kleiner werdenden - Marschengebieten und womöglich auf der angrenzenden Geestkante bis nach Ribe friesischsprachige Personen prägend gewesen sind. Dass hierin auch Teile der vorgelagerten Inseln Röm, Fanø und Mandø einbezogen waren, ist anzunehmen, wenn auch nicht ganz so deutlich belegbar - Flurnamen bieten zumindest für Röm ebenfalls entsprechende Indizien. Die 86 Seiten umfassende ausführliche “Darlegung des Forschungsstandes” zu “Die Friesen - ein alteingesessenes Volk nur an der Westküste Schleswig-Holsteins oder auch in Dänemark?” soll vom Schleswig-Holsteinischen Landtag veröffentlicht werden.


