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Nordfriisk Instituut: Auswanderer-Denkmal wieder komplett

Im Zuge der Umbauarbeiten für das Nordfriisk Futuur erhielt auch das Auswanderer-Denkmal des Nordfriisk Instituut seinen neuen Platz auf der Südseite des Institutsgebäudes, Süderstraße 30. Seit 1996 erinnert die von Hinnerk Lüth gestaltete Skulptur „Aufbruch“ an die vielen Männer, Frauen und Kinder aus Nordfriesland, die seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts vorwiegend, aber nicht nur in Nordamerika eine neue Heimat gesucht hatten.

Über 100 Täfelchen, auf denen die Namen von Auswanderern graviert sind, vervollständigen nun wieder dieses Denkmal. Angehörige, Bekannte oder sonstige Interessierte haben die Einträge gesponsert; Texttafeln in Friesisch, Englisch und Deutsch erläutern den Hintergrund. Hier wird ein von Nordfriesland ausgehendes, fast den gesamten Globus überspannendes Netz persönlicher Beziehungen sichtbar. „Den vielen Sponsoren, die mit einem Namenseintrag auch die Arbeit des Auswanderer-Archivs unterstützen, sei an dieser Stelle erneut gedankt für ihr Engagement und ihr Interesse und ausdrücklich auch für ihre Geduld, da die Anfertigung der neuen Täfelchen leider doch unerwartet viel Zeit in Anspruch genommen hat“, so Dr. Paul-Heinz-Pauseback, ehrenamtlicher Leiter des Auswanderer-Archivs des Nordfriisk Instituut. „Ihre Familie und deren Herkunft sind für viele Nordfriesen ein großes Thema“, ergänzt Institutsdirektor Dr. Christoph Schmidt, „manche Kontakte gerade in die Vereinigten Staaten halten schon seit Generationen“.

Im Auswanderer-Archiv werden seit 25 Jahren Informationen zur Übersee-Auswanderung und zu Auswanderen gesammelt. Nach einem Sabbatjahr ist Paul-Heinz Pauseback wieder im Nordfriisk Instituut erreichbar. Neben Dokumenten sind auch in den Familien überlieferte Geschichten willkommen: Besuch vom „reichen Onkel“ aus Amerika, Berichte von Erlebnissen im „Wilden Westen“, im Bürgerkrieg der USA, beim Goldrausch in Kalifornien oder im Großstadtdschungel z. B. New Yorks. Selten und darum gesucht sind überlieferte schlechte Erfahrungen während der verschiedenen Wirtschaftskrisen oder zur Zeit des ersten Weltkrieges in den USA, Kanada oder Australien.