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An der nordfriesischen Küste

Dass die Küste in Nordfriesland eine große Rolle spielt, ist wohl für niemanden eine Überraschung. Dies gilt auch für die nordfriesische Sprache. Im Fering-Öömrang gibt es eine Reihe Bezeichnungen für die Übergangszone vom Land zum Meer, von denen auf zwei hier näher eingegangen wird: auer und eeg.

Mit at auer wird das Ufer am Wattenmeer bezeichnet. Es ist sprachlich verwandt mit dem deutschen Wort ,Ufer‘. Im Fering-Öömrang gibt es außerdem ein gleichklingendes Wort, welches viel häufiger benutzt wird und ,über/übrig‘ bedeutet. Der Satz Wat as noch auer faan’t auer?, der etwa nach einer Sturmflut gestellt werden könnte, bedeutet somit: Was ist noch übrig vom Ufer? Diesen Gleichklang für ,Ufer‘ und ,über‘ gibt es auch in anderen nordfriesischen Dialekten, wie auf Frasch mit ouer und auf Sölring mit Aur/aur.

Die Bezeichnung a eeg/ääg bedeutet neben ,Küste´ und ,Ufer´ auch ,Rand´ oder ,Seite´ und wird in Umschreibungen benutzt: Wenn jemand sein zu Hause verlässt, sagt man auch hi as faan eeg [wörtl. er ist vom Ufer]. Wenn etwas wieder aufgetaucht ist, dann ist es weler uun eeg kimen [wörtl. wieder ans Ufer gekommen]. Und mit feesteeg [wörtl. festes Ufer] wird das nordfriesische Festland bezeichnet, die dortigen Bewohner sind übrigens die feesteegsen.

Auch die nordfriesische Variante des Wortes ,Küste‘ wird in nicht maritimen Zusammenhängen verwendet: hi/hat as stödig üüb a küst [wörtl. er/sie ist ständig auf der Küste] bedeutet, das diese Person oft unterwegs ist, um etwas zu unternehmen. Sollten Sie an den kommenden Mittwochabenden ähnlich unternehmenslustig sein, dann laden wir Sie herzlich ein, unsere Vortragsreihe im Nordfriisk Instituut zu besuchen:

https://www.nordfriiskinstituut.eu/aktuelles/news/kuestenschutz-im-klimawandel/