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"Ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Vielfalt in unserem Land"

V.l.: Marlene Kunz, Karen Nehlsen, Hans-Meinert-Redlin, Gyde Köster, Karin Prien, Peter Nissen, Christoph Schmidt (Foto: Kai-Ole Nissen, MBWK)

(Foto: Franziska Böhmer, NFI)

(Foto: Kai-Ole Nissen, MBWK)

Seit Anfang des Jahres wird in den Gremien des schleswig-holsteinischen Landtages diskutiert, mit welchen Maßnahmen der Friesischunterricht an Schulen im Sprachgebiet gestärkt werden könnte. Da die Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land Schleswig-Holstein eine Mitwirkung des Nordfriisk Instituut bei der Herausgabe von Unterrichtsmaterial vorsieht, hatte Institutsdirektor Christoph Schmidt die Initiative ergriffen und um ein Gespräch mit der zuständigen Ministerin gebeten, um sich gegenseitig kennenzulernen. Das Ministerium griff den Wunsch bereitwillig auf und schlug vor, dies mit einem Besuch im Institut zu verbinden.

Am Mittwoch, dem 29. Juli, war nun die schleswig-holsteinische Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Karin Prien, im Nordfriisk Instituut zu Gast. In einer ersten Gesprächsrunde stellte Peter Nissen als zweiter Vorsitzender des Trägervereins das Institut mit seiner Geschichte vor, Beiratssprecher Hans-Meinert Redlin erläuterte die breite Vernetzung in der Region als wertvolle Besonderheit des Institutes, bevor Christoph Schmidt die fachlichen, insbesondere die sprachlichen und sprachwissenschaftlichen Kompetenzen sowie die Verlagsarbeit darlegte.

Anschließend besichtigte Karin Prien das Nordfriisk Futuur. Nachdrücklich interessiert zeigte sie sich an der Migrationsgeschichte und Wirtschaftskompetenz der frühen Friesen; und gar nicht lange ließ sich die Ministerin überreden, an der Karaoke-Station selber einmal Friesisch zu sprechen. Sie sei beeindruckt, wie gekonnt diese Ausstellung als außerschulischer Lernort konzipiert sei und verwies darauf, dass heimatkundliche Themen im Sachunterricht bei der aktuellen Neuregelung besondere Berücksichtigung fänden – eine gute Nachricht für die Zusammenarbeit mit Schulen in der Region, waren sich Gäste und Gastgeber einig. Bibliothekar Harald Wolbersen zeigte anschließend kurz das klimatisierte Magazin, das, so Christoph Schmidt, für die Arbeit des Institutes mindestens ebenso wertvoll sei wie die neue Ausstellung. Besondere Aufmerksamkeit fanden bei der Ministerin rund neunzig Jahre alte, illustrierte Unterrichtsblätter aus der Hand des Lehrers, Autors und Sprachforschers Albrecht Johannsen. Harald Wolbersen betonte, wie wichtig es vielen Friesen sei, für Ihre Nachlässe einen passenden Ort zu wissen, der dem Anspruch friesischer Identität gerecht würde.

Den Abschluss des zweistündigen Besuches bildete ein Austausch zum Themenfeld Materialien für den Friesischunterricht an Schulen. Hieran nahmen auch die Fachkoordinatorin für Regional- und Minderheitensprachen am IQSH, Karen Nehlsen, Marlene Kunz als Geschäftsführerin des Institutes sowie Gyde Köster, ehemalige Staatssekretärin im Bildungsministerium, für den Vorstand des Institutsvereins teil. „Die friesische Kultur und Sprache sind Teil unserer Identität in Schleswig-Holstein. Danke an das Nordfriisk Instituut für den unermüdlichen Einsatz im Haupt- und Ehrenamt“, schrieb Ministerin Karin Prien in den sozialen Medien, nachdem es auf besonderen Wunsch auf Friesisch hieß „Foole Tunk än Adiis“.