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Die sprechenden Grabsteine von St. Laurentii auf Föhr

Am Mittwoch, dem 21.8., widmet sich die sommerliche Vortragsreihe des Nordfriisk Instituut den historischen Friedhöfen auf der Insel Föhr. Nicht nur dadurch, dass die Insel zur großen Zeit des Walfangs im 17. bis 19. Jh. zu einigem Wohlstand gelangt war und sich zahlreiche Menschen aufwändige Grabmäler leisten konnten, sind diese Friedhöfe einzigartig. Besonders ist vor allem die Sitte, die Grabsteine mit langen und kostspieligen Inschriften zu versehen, in welchen ausführlich über den Beruf, das Familienleben oder auch besondere Ämter der Verstorbenen berichtet wird. Daher sind die sogenannten „redenden Grabsteine“ ein Spiegel der Zeitgeschichte und eine wichtige Quelle zur friesischen Volkskultur.

Joachim Taege lebt seit elf Jahren auf Föhr und ist bei der Ferring-Stiftung tätig, wo er für das Kirchenarchiv zuständig zeichnet. In seinem Vortrag bietet er einen Rundgang über den Friedhof von St. Laurentii in Süderende: Von Hausgrabstätten zu Familiengräbern, vom hellen Sandstein zur leichter zu bearbeitenden roten Sandsteinfliese, von Ornamenten aus dem Barock bis zu solchen aus dem Rokoko – anhand vieler Details wird Taege aufzeigen, was die Grabsteine über Zeitgeist und Wertvorstellungen dieser wichtigen Epoche nordfriesischer Geschichte verraten.

Dieser vorletzte Vortrag der diesjährigen Reihe wird gemeinsam mit der IG Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen e.V. präsentiert und beginnt um 19:30 im Nordfriisk Futuur, Süderstraße 30 in Bredstedt. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten. Die Reihe wird von der Nord-Ostsee Sparkasse unterstützt.

Bild: Joachim Taege am Grab des Malers Oluf Braren (Rechte: J. Taege).